Spielen mit Abstand: Beschäftigungen, die auch jetzt mit den Nachbarskindern funktionieren

Liebe Kinder,

die aktuelle Zeit ist auch für Euch nicht einfach. Ihr könnt nicht in den Kindergarten oder in die Schule gehen. Ihr könnt auch Eure Freunde nicht mehr sehen, wie Ihr es kennt. Vielleicht versteht Ihr nicht so ganz, warum das alles gerade so wichtig ist. Vor allem, wo jetzt auch noch perfektes Wetter zum Toben wäre! Aber: Ihr müsst nicht den ganzen Tag alleine rumsitzen. Ich habe für Euch ein paar Spielideen, die mit den Nachbarskindern gespielt werden können – natürlich mit entsprechendem Sicherheitsabstand. Voraussetzung ist lediglich, dass Ihr Euch sehen und/oder hören könnt.

Umgebung erhören

Für dieses Spiel braucht Ihr lediglich eine Stoppuhr. Konzentriert Euch eine Minute lang darauf, was Ihr in Eurem Umfeld hören könnt. Tragt dann zusammen, was Ihr gehört habt. Ich bin mir sicher, da wird einiges zusammenkommen! Wenn jemand von Euch nicht so gut hören kann, könnt Ihr Euch auch darauf konzentrieren, was Ihr um Euch herum seht. Durch dieses Spiel trainiert Ihr Eure Achtsamkeit und übt, Eure Umgebung bewusst wahrzunehmen.

Geschichten erzählen

„Es war einmal …“ Gemeinsam lassen sich die verrücktesten Geschichten erfinden. Ein Kind sagt einen Satz, dann ist das nächste Kind dran. So geht es immer reihum. Es kann auch jedes Kind nur ein Wort sagen, dann wird es noch lustiger. Eurer Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Euch gegenseitig vorlesen

Neben dem gemeinsamen Erfinden von Geschichten könnt Ihr Euch natürlich auch gegenseitig etwas vorlesen. So könnt Ihr Euch beispielsweise Eure Lieblingsbücher zeigen. Vielleicht möchten die Kinder, die nicht lesen können, ja eine Geschichte erzählen, sodass die Vorleser sich auch mal zurücklehnen können – so vergeht die Zeit sicher wie im Flug!

Pantomime

Dieses Spiel ist für Blinde schwierig umsetzbar, aber ansonsten ebenfalls super. Ein Kind überlegt sich eine Handlung (z. B. staubsaugen oder Auto fahren), die es dann pantomimisch (also ohne etwas zu sagen, nur durch Bewegungen) darstellt. Die anderen schauen genau zu und müssen erraten, was gerade dargestellt wird. Das Kind, das es errät, muss als nächstes kreativ werden.

Tiere erraten

Ein Kind denkt sich ein Tier aus, das die anderen erraten müssen. Es dürfen dabei jedoch nur Fragen gestellt werden, die mit „ja“ oder „nein“ beantwortet werden können. Wer das Tier errät, ist als nächstes dran.

Gemeinsam Musik machen

Über das Internet vernetzen sich seit einigen Wochen viele Musiker, um miteinander zu musizieren. So ist es beispielsweise schon fast Tradition, dass jeden Sonntag um 18.00 Uhr überall von Musikern die Europahymne gespielt wird. Musizieren kann jeder, und wenn es mit Besteck ist. Es ist ja auch vollkommen egal, ob Ihr vielleicht etwas schräg singt – hauptsache, es macht Spaß! Lieder kennt Ihr sicherlich zur Genüge – und wer weiß, vielleicht habt Ihr schon bald ein kleines Nachbarschaftspublikum?

Begriffe sammeln

Am besten übernimmt hier ein Elternteil die Moderation. Die Moderation sagt immer eine Kategorie, zu der Ihr dann möglichst viele Begriffe sammeln müsst.

Beispiele für Oberkategorien:

  • Was alles in einen Obstsalat gehört
  • Musikinstrumente
  • Was du im Kinderzimmer finden kannst
  • Kleidungsstücke
  • Wörter mit f
  • Tiere
  • Was du zum Basteln brauchst
  • Was du alles im Supermarkt kaufen kannst
  • Verkehrsmittel
  • Kinderlieder
  • Was man mit Bauklötzen alles bauen kann
  • Was du mitnimmst, wenn du in den Urlaub fährst

Zählspiel

Gemeinsam versucht Ihr, von 1 bis 20 zu zählen. Dabei gibt es keine feste Reihenfolge und Ihr dürft Euch auch keine Zeichen geben, wer wann etwas sagt. Sobald zwei Kinder gleichzeitig eine Zahl sagen oder ein Kind eine falsche Zahl sagt, geht es wieder von vorne los. Bei diesem Spiel seid Ihr alle miteinander Gewinner, wenn Ihr die Herausforderung schafft!

Theater spielen

Auch mit Abstand lässt sich wunderbar Theater spielen. Schlüpft in eine beliebige Rolle, Euer „Spielumfeld“ ist der jeweilige Garten und los geht’s. Auch lustig: Die Kinder in einem Garten erzählen eine Geschichte, die anderen Kinder versuchen diese spontan pantomimisch zu untermalen, anschließend wird gewechselt. Tipp: Wenn Ihr Euch dabei filmen lasst, könnt Ihr Euch das Ergebnis später anschauen. Dabei können Eure Eltern und Whatsapp o. Ä. sicher Abhilfe schaffen.

Nicht lachen …

Überlegt Euch ein beliebiges Wort. Dieses sagt Ihr dann immer abwechselnd, wobei Ihr versucht, die anderen zum Lachen zu bringen, indem Ihr z. B. Eure Stimme verstellt, das Wort ganz seltsam ausspricht oder eine ungewöhnliche Betonung verwendet. Die anderen müssen aufpassen, dass sie nicht anfangen zu lachen, denn wer lacht, darf in dieser Runde nicht mehr mitspielen. Wer als letztes übrig bleibt, hat gewonnen.

Frühlingsspaziergang

Geht alleine oder mit Euren Eltern oder Geschwistern in die Natur und versucht, dort möglichst viele verschiedene Materialien (z. B. Ästchen, Steine o. Ä.) zu suchen. Dies sollten Eure Nachbarskinder, mit denen Ihr spielt, auch machen. Beim nächsten „Gartentreffen“ zeigt Ihr Euch gegenseitig Eure Sachen. Gewonnen hat derjenige, der mehr gefunden hat.

Und: Nach dem Sammeln könnt Ihr auch noch mit Euren Funden spielen. Versucht zum Beispiel mal, ein Ästchen auf Eurem Finger zu balancieren. Ihr könnt in Eurem Garten auch Bilder aus den Sachen legen, quasi ein Naturmandala. Und Ihr findet sicher noch mehr, was Ihr damit basteln/spielen könnt!

Zum Abschluss noch etwas Bewegung

Ein Kind bewegt sich wie ein bestimmtes Tier (z. B. hüpft durch den Garten), die anderen raten, was dargestellt wird. Alternative (unabhängig von Tieren): Ein Kind ist der „Chef“ und gibt an, was gemacht wird (rennen, Hampelmann o. Ä.). Nach drei Minuten wird gewechselt und ein anderes Kind ist dran. Tipp: Ihr könnt Euch eine Art Geheimsprache ausdenken und bestimmten Bewegungen bestimmte Wörter zuordnen, die Ihr dann zum Ansagen verwendet.

Das war jetzt nur eine kleine Auswahl. Wie Ihr merkt, eignen sich nicht alle Beschäftigungsformen für jede Behinderung, aber es sind alles Dinge, die sich in jedem Fall auch für Kinder ohne Behinderung eignen. Sucht Euch einfach das aus, was Euch gefällt und Euren Bedürfnissen und Fähigkeiten entspricht, denn das Wichtigste ist ja, dass Ihr Spaß habt und wir alle miteinander gut durch diese besondere Zeit kommen – und wenn Ihr noch etwas Tolles kennt, dann schreibt es gerne in die Kommentare!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.