Wie Technik mein Leben ermöglicht und verändert

Wie Technik mein Leben verändert

Hallo zusammen,
mit diesem Beitrag nehme ich an unserer Blogparade zum Thema „Wie Technik mein Leben verändert“ teil.

Was mir Technik ermöglicht

Dank vieler technischer Hilfsmittel und Geräte ist es mir möglich, diesen Beitrag zu schreiben, Radio zu machen und eigenständig zu studieren. Am Beispiel eines fiktiven Tages zeige ich euch, wie Technik mein Leben bereichert und teilweise auch erst ermöglicht:

„Guten Morgen, jetzt ist es neun Uhr“, so reißt mich mein sprechender Wecker aus dem Schlaf. Ich gähne und greife zu meinem Handy, um nachzuschauen, was es Neues gibt. „WhatsApp: 33 Nachrichten aus 5 Chats“, sagt es gleich. Na dann, hab ich erst mal was zu tun, denke ich und fange an meine Nachrichten zu lesen bzw. abzuhören. Plötzlich klingelt unser Telefon und verkündet: „Anruf von Mama Arbeit“. Ich stehe auf und gehe dran. Nachdem ich mit meiner Mutter telefoniert habe, ziehe ich mich an, um mit meinem Führhund Gassi zu gehen. „Wie ist wohl das Wetter draußen“, frage ich mich, als ich mir gerade meine Jacke anziehe. Kurzerhand rufe ich: „Alexa, wie ist das Wetter heute?“ Prompt kommt die Antwort: „Heute ist es bewölkt mit einer Höchsttemperatur von 22 Grad.“ Ok, also die dünne Jacke.

Als ich dann wieder von meiner Gassirunde zurück bin, mache ich mir mein Frühstück. Aber welches dieser Gläser ist jetzt die Erdbeermarmelade? Mä Barcodescanner kann da helfen. Nach ein paar Minuten habe ich die richtige Marmelade gefunden und kann endlich frühstücken. Nach dem Frühstück setze ich mich an meinen Laptop und schalte ihn ein. „JAWS 2018 home ist bereit“, verkündet er nach kurzer Zeit. Nachdem ich meine Mails gecheckt habe, mache ich eine Pause und möchte ein Hörspiel hören. Deshalb hole ich mir meinen DAISY-Player, eine Art MPP3-Player für blinde Menschen, und mache es mir auf der Couch gemütlich. Weil das Gerät spricht, fällt es mir leicht, das gewünschte Hörspiel auszuwählen. Plötzlich höre ich, wie mein Handy vibriert. Schnell schaue ich nach, wer da was von mir möchte. „Oh, die Leiterin unseres Radioprojektes hat mir die Moderationstexte geschickt!“, sehe ich. Ich stehe auf und setze mich an meinen Computer. Blitzschnell ist die richtige Mail gefunden und bald darauf habe ich die Datei aus dem Anhang in Word geöffnet. Nachdem ich den Text noch etwas bearbeitet habe, schließe ich meinen Punktschriftdrucker an meinen Laptop an und schalte ihn ein. Nach kurzer Zeit verkündet er „Index Basic dv5“. So weiß ich, dass er druckbereit ist. Und schon wenige Minuten später hämmert er los und stanzt viele Punkte in die Seiten. Damit ich auch morgen noch Änderungen am Text machen kann (einige Passagen sind noch nicht ganz klar), speichere ich den Text noch im TXT-Format auf einenm Stick. So kann ich ihn an meine mobile Braillezeile anschließen und den Text auf ihr ohne einen PC lesen und bearbeiten.

Ihr seht schon, Technik spielt eine große Rolle in meinem Leben.

Wie Technik mein Leben verändert hat

Aber wie hat die Technik mein Leben nun verändert? Hier mal ein paar Beispiele:

  1. Früher musste ich mir Lernmaterialien, Texte aus dem Internet oder Notizen für meine Referate mühsam mit meiner Punktschriftmaschine abtippen. Heute kann ich mir all diese Sachen bequem am PC oder Laptop in Blindenschrift ausdrucken.
  2. Mein erstes Handy war ein Tastenhandy ohne Sprachausgabe und sonstige Hilfen für Blinde. Nummern, die ich brauchte, schrieb ich auf oder lernte sie auswendig. Außerdem konnte ich noch keine SMS schreiben. Das änderte sich dann, als mein erstes sprechendes Tastenhandy in mein Leben trat. Ein paar Jahre später wurde es dann von meinem Smartphone abgelöst. Seit diesem Moment waren SMS mehr oder weniger Geschichte. Sie wurden von WhatsApp abgelöst.
  3. Früher konnte ich mich nur mit Menschen austauschen, die ich kannte oder deren Telefonnummern ich hatte. Heute ist das anders, denn dank Facebook und co. habe ich Kontakt zu vielen tollen Menschen auf der ganzen Welt. Der Laptop bzw. das Internet ist mein Tor zur Welt.
  4. Mal eben auf Zuruf das Wetter abfragen, einen Timer stellen oder ein Hörspiel starten. Früher undenkbar für mich, heute ist das alles Alltag, denn Alexa ist bei uns eingezogen.

Was mich nachdenklich macht

Technik und der technische Fortschritt sind für Menschen mit Behinderung sehr wichtig geworden. Auf viele Hilfen können und könnten wir im heutigen Zeitalter einfach nicht mehr verzichten. Ständig wird etwas neues entwickelt: mehrzeilige Braillezeilen, schlaue vibrierende Navigationsgürtel oder sogar Schuhe mit Hinderniserkennung. Was wir Blinden davon brauchen, müssen wir selbst wissen.
Hier mal ein paar Gedanken/Forderungen, die mich die Technik aber auch skeptisch betrachten lassen:

  1. Facebook, Twitter, Alexa und co. bieten ihre Dienste für uns kostenlos an, aber dennoch zahlen wir einen Preis. Wir zahlen mit unseren Daten. Aber wie hoch dieser Preis wirklich ist, wissen nur die Firmen rund um diese Dienste selbst.
  2. (Haushalts)Geräte werden immer moderner. Touchscreens sind heute nicht mehr wegzudenken. Sogar in Aufzügen und an Leergutautomaten sind sie schon zu finden. Leider bedenkt hier niemand, dass es auch Blinde gibt, die nun das Gerät nicht mehr bedienen können. Selbst wenn die Zahlen am Aufzug noch in erhabener Schrift ertastbar sind, bringt das nix. Denn: Hat man sie berührt, um sich zu orientieren, wird schon eine Handlung ausgelöst. Deshalb: Keine Touchscreens in Aufzügen etc.! Denkt an Alternativen für Blinde!!!
  3. Heutzutage hat (fast) jeder eine eigene Website oder einen Blog. Dank WordPress und Homepage-Baukästen ist das heute möglich. Aber bitte denkt bei euren Webseiten auch an die Barrierefreiheit! So erreicht ihr mehr Menschen und Google und co. platzieren eure Seiten weiter oben!
  4. Ständig wird an technischen Neuheiten für Blinde gearbeitet. Auch ein Führhund-Roboter soll schon entwickelt worden sein. Brauche ich sowas? Nein lautet meine Antwort, denn was wäre mein Leben ohne meinen Hund! Sicher eins: Langweilig!!!!!

Welche Bedeutung hat Technik in eurem Leben? Sagt es mir in den Kommentaren.
Bis bald,
eure Carina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.